KI & Doku: Wochenüberblick (KW 29, 19.07.2026)

KI & Doku: Wochenüberblick (KW 29, 19.07.2026)

Diese Woche liefern die Zahlen die Geschichte. Eine neue Bitkom-Studie zeigt, wie schnell KI in den Unternehmen ankommt und wo sie noch fehlt, aus der Technischen Kommunikation kommen konkrete Ansätze, wie KI in der Technischen Dokumentation verlässlich wird, und die Debatte um autonome KI-Agenten wird ernster. Ich habe die Punkte zusammengetragen, die für Doku- und Wissensarbeit wirklich zählen.

KI & DOKU Wochenüberblick KW 29 ai-digest –kw 29 KI-Nutzung im Unternehmen 41 % davon im Wissensmanagement 11 % Wissensmanagement nur 11 % mit KI iiRDS & KI Intelligente Auslieferung KI-Agenten gehen in Produktion Wissen sichern RAG gegen den Ruhestand Trend-Index Neu: KI-Agenten

Bitkom-Studie: KI-Nutzung springt auf 41 %, Wissensmanagement bleibt zurück

Laut der neuen Bitkom-Studie nutzen 41 % der Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI, nach 17 % vor einem Jahr. Weitere 48 % planen oder diskutieren den Einsatz. Beim internen Wissensmanagement setzen aber erst 11 % der Unternehmen KI ein, der niedrigste Wert unter den abgefragten Feldern. Genau dort liegt für viele Betriebe der am meisten unterschätzte Hebel: Das strukturierte Firmenwissen ist der Bereich, in dem KI bisher am wenigsten ankommt. (Quelle: Bitkom)

iiRDS und KI machen die Auslieferung von Inhalten schlauer

Auf der Fachseite der Technischen Kommunikation zeigt sich, wie Metadaten und KI zusammenspielen. Grafenbasierte Modelle lassen sich mit iiRDS-Metadaten kombinieren, um Inhalte semantisch einzuordnen und neue Dokumentversionen automatisch mit dem Bestand abzugleichen. Content Delivery betreibt aktuell aber erst gut die Hälfte der Redaktionen. Mein Take: Die Metadaten sind die eigentliche Vorarbeit. Ohne saubere Struktur bleibt jede KI-gestützte Auslieferung Stückwerk. (Quelle: technische kommunikation)

KI-Agenten gehen in Produktion, die Ordnung muss hinterherkommen

KI-Agenten entwickeln sich 2026 von Assistenten zu Systemen, die eigenständig auf Datenquellen und interne Systeme zugreifen und Aufgaben koordinieren. Wer diesen Trend ernst nimmt, stellt Wissensmanagement, Datenqualität und Zugriffskonzepte an den Anfang jeder Initiative. Für die Doku heißt das: Ein Agent ist nur so gut wie das Wissen, auf das er zugreift, und wie sauber dieses geordnet und berechtigt ist. Die Kontrolle darüber sollte man einrichten, bevor der erste Agent produktiv läuft. (Quelle: wissensmanagement)

Wissen sichern, bevor es in Rente geht

Die Begleitforschung von Mittelstand-Digital beschreibt ein Problem, das viele Betriebe kennen. In den nächsten Jahren geht ein erheblicher Teil erfahrener Fachkräfte in den Ruhestand, und mit ihnen oft undokumentiertes Erfahrungswissen. RAG-gestützte Systeme können Wissen aus Dokumenten, Mails und Projektarchiven durchsuchbar machen und so den Einstieg neuer Mitarbeiter beschleunigen. Für die Doku heißt das: Die strukturierte Dokumentation ist der Rohstoff. Je sauberer sie geführt ist, desto mehr trägt sie, wenn Menschen das Unternehmen verlassen. (Quelle: Mittelstand-Digital)

Qualitätsprüfung: KI und iiRDS gehen die Doku gemeinsam durch

Ein weiterer Ansatz aus der tekom-Praxis verbindet KI-Prüfung mit iiRDS-Metadaten, um die Qualität technischer Dokumentation systematisch zu prüfen, etwa Konsistenz, Terminologie und Vollständigkeit gegen den Bestand. Das ist bodenständig und näher an der Redaktionsarbeit als jedes große Modellversprechen. Mein Take: Das Prüfen ist der Einsatzzweck, bei dem KI in der Technischen Dokumentation heute schon zuverlässig Wert schafft. (Quelle: tekom)

Kurz-Fazit

Die Woche zeigt ein klares Bild: Die KI-Nutzung wächst schnell, doch der größte Hebel, das strukturierte Wissen, liegt noch weitgehend brach. Wer seine Dokumentation und sein Firmenwissen jetzt ordnet, macht KI im eigenen Haus erst verlässlich. Wenn Sie überlegen, wo KI in Ihrer Dokumentation oder Ihrem Wissensmanagement zuerst ansetzen sollte, sprechen Sie mich an. Ein Erstgespräch kostet Sie nichts außer einer halben Stunde.

Kommentar schreiben